Safari njema!

Der Titel heißt so viel wie ‚Gute Reise’ und man wünscht dies oft und jedem, der in den Urlaub fährt oder auch nur eine etwas längere Fahrt vor sich hat. Es kann aber genauso gut etwas wie ‚Tolle Safari’ heißen, was ich gerade hinter mir habe.

Nach einer recht unnormalen Woche, die ich hauptsächlich mit den verschiedensten Leuten oder mir selbst im Krankenhaus oder beim Arzt verbracht hatte, und in der kein normaler Arbeitstag zustande kam, weil immer etwas dazwischen kam, bin ich also mit Kathrin und neun anderen deutschen Freiwilligen aus Iringa und Umgebung auf unseren lange geplanten Wochenendtrip gefahren.

Um 7 Uhr morgens wurden Kathrin und ich von den zwei Safariwagen an unserer Straße aufgegabelt und es ging los zum Mikumi National Park (Richtung Dar Es Salaam). Um etwa 11 Uhr kamen wir am Gate an und nachdem wir in unserer Unterkunft eingecheckt und den Parkeintritt bezahlt hatten, fuhren wir los.

In unsere Autos passten sieben und neun Leute und man konnte das Dach aufmachen und sich hinten auf das Auto setzen, um gut zu sehen. Die nächsten 6 Stunden verbrachten wir also damit, verschiedene Wege im Park abzufahren, nach Tieren zu suchen und zu versuchen, möglichst nah an diese heranzukommen. Wir sahen Giraffen und Elefanten, in Gruppen, alleine, ganz nah und am Horizont, Warzenschweine, Affen, Büffel, Zebras, Antilopen, Gnus, Nilpferdrücken, Geier und andere große Vögel und ein Krokodil.

Unser großes Ziel war es, einen Löwen zu sehen und als sich unsere Guides einmal mit denen aus einem anderen Wagen austauschten, bekamen wir einen Ort empfohlen, zu dem wir dann rasten. Dort angekommen sahen wir etwas von uns entfernt zuerst nur ein totes Zebra, doch als wir mit einem Fernglas genauer hinschauten, konnten wir in einem Busch im Schatten eine hechelnde Löwin erkennen. Wir warteten dort eine längere Zeit und irgendwann konnten wir sehen, wie die Löwin aufstand und sich etwas weiter entfernt in den Schatten eines Baumes legte. Sie war also kurz noch mal besser zu erkennen.

Am Abend fuhren wir noch zu einer hübschen und teuren Bar im Park und ich bestellte mir ein Safari (eine sehr bekannte Biermarke hier), weil ich das so lustig fand! Zum Abendessen gab es sehr lecker westlich gewürztes Essen in unserer Unterkunft und danach fielen alle um kurz nach neun nach einer Dusche erschöpft in ihre Betten.

Am Samstag ging es früh um halb 7 mit dem Frühstück weiter. Es war Kathrins Geburtstag und wir wollten noch eine Morgenpirschfahrt machen, bevor wir aus dem Park raus mussten. Das stellte sich am Ende als eine sehr gute Idee raus, weil wir noch einmal die Chance hatten, einige Tiere von ganz Nahem zu sehen und als Krönung sogar noch eine Gruppe von drei Löwinnen unter einem Baum aus etwa drei Metern Entfernung beobachten konnten. Wäre einer von uns vom Auto gefallen, wäre es sehr gefährlich für uns geworden. So erkannten die Löwen uns jedoch nicht als einzelne Lebewesen (und somit als potenzielles Futter), sondern sie sahen uns als Teil vom Auto, was uns Sicherheit gab. Es war jedoch sehr spannend, den Löwen so nah zu sein und zu wissen, dass sie nur einen Sprung machen müssten und sie wären bei uns auf dem Auto. Zum Glück waren sie aber sehr friedlich und ließen sich von uns betrachten und fotografieren. Was viele nicht wissen ist, dass Löwen gar nicht die gefährlichsten Tiere für Menschen in einem Nationalpark sind. An erster Stelle stehen Nilpferde und an zweiter Büffel, erst dann kommt der Löwe.

Nach etwa einer Stunde im morgendlichen Mikumi National Park fuhren wir weiter um im Urwald des Udzungwa Mountains National Park auf einen Berg zu wandern. Die Wanderung war sehr anstrengend und man konnte sich in den etwa drei bis vier Stunden Aufstieg kaum auf die Umgebung konzentrieren. Nur ab und zu machten wir Pausen um uns besondere Bäume anzuschauen. 90% der Bäume in diesem Park seien für Medizin nutzbar, erzählte unser Guide und zeigte uns die verschiedensten Bäume und erklärte deren Wirkung.

Oben angekommen wartete unsere Belohnung: ein kalter Naturpool am Fuße (und zugleich an der oberen Spitze) eines großen Wasserfalles, in den wir uns erschöpft wie wir waren sofort hinein schmissen um die kalte Erfrischung zu genießen. Nach einer langen Pause, unter anderem noch an einer anderen Stelle mit einem traumhaften Ausblick über die endlose Weite, die dort fast ausschließlich mit Zuckerrohr bepflanzt ist, fiel uns allen der Abstieg natürlich viel leichter.

Am Abend feierten wir ein wenig Kathrins Geburtstag. Wir schauten Fußball, spielten Karten und sangen, bevor wir ins Bett gingen. Zwar waren wir alle echt müde, aber es war noch zu warm auf den Zimmern und wir hofften, dass die laute Musik mit dem viel zu hohen Bass direkt neben unseren Zimmern um Mitternacht aufhörte. Außerdem wollten wir einen schönen Ausklang von dem äußerst gelungenen Wochenende mit den netten Leuten genießen, bevor es am nächsten Tag wieder zurück ins Kinderdorf ging.

Dieses Wochenende war auf jeden Fall nichts anderes als eine ‚Safari njema’ mit tollen Leuten! Gerne wieder!

Viele Grüße aus dem schönen Tanzania,
Laura

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