Reise nach Dar Es Salaam

Ja, und am nächsten Tag sind Kathrin und ich in einem großen, roten Reisebus 8 Stunden nach Dar Es Salaam gefahren.

Impressionen von der Fahrt:

  • Wenn grad keine viel zu laute, aber doch gute bongo flava – Musik (siehe Graduation) gespielt wird, laufen tansanische Filme (Dramen oder Komödien), in denen unserem Gefühl nach nur geschrien und geheult wird, in denen es um Geld, Fremdgehen, Krankheit oder Tod geht, die schlecht geschauspielert sind und die an jeder kleinen Stelle mit grausamen Soundeffekten untermalt werden…
  • Bei jeder kleinsten Pause werden einem Getränke, Früchte, gekochte Eier, Gurken, Süßigkeiten, Chips oder ganze Mahlzeiten in Aluminiumverpackungen von unten durch die Fenster angeboten…
  • Die Pausen sind teilweise so kurz, dass wir einmal fast eine Mutter mit ihren Zwillingen auf der Toilette vergessen hätten…
  • Man fährt auf dem Weg von Iringa nach Dar durch den Mikumi National Park, sodass man dort unterschiedliche Tiere entdecken kann, wenn man Glück hat. Unser Hinweg: Antilopen, eine Giraffe ganz nah. Unser Rückweg: einige Warzenschweine (eins, dass ganz süß in der Nähe der Straße getrabt ist), Antilopen, zwei Elefanten, eine Giraffe zwischen den Bäumen…

Und dann kamen wir in Dar an und diese Stadt ist einfach viel voller, wärmer, größer und lauter als unser kleines Iringa, das merkt man sofort! Dort gibt es an jeder Ecke einen Stau und die Luft war drückend heiß. Als wir (nach einer halben Stunde Stau kurz vor Ankunft) endlich aussteigen konnten, wurden uns von allen Seiten Taxis und Snacks angeboten. Wir konnten die Menschen aber gut abwimmeln und erzählten ihnen, dass wir abgeholt wurden. Das wurden wir auch: von einem deutschen Freiwilligen, der in der Nähe des Busbahnhofs wohnt und bei dem wir die ersten Nächte übernachten wollten. Diesen netten Kerl mussten wir aber erstmal finden, was ein wenig dauerte. Zu erkennen war er dann aber sehr leicht. Da denkt man, man ist in der super internationalen Stadt Dar Es Salaam und man sieht weit und breit keinen weißen Menschen. Nur hier und da mal in Küstennähe, ansonsten scheint unser kleines Iringa verhältnismäßig eine große Menge mehr europäische Gäste und Auswanderer zu beherbergen als diese tansanische Großstadt (die ja nicht die Hauptstadt ist – nur um das mal aufzuklären. Die tansanische Hauptstadt ist Dodoma und liegt im Landesinneren, nördlich von Iringa).

Wir verbrachten also unsere ersten drei Nächte der Urlaubswoche in dem Stadtteil Ubungo, der ziemlich außerhalb vom Stadtzentrum liegt, und machten von dort aus Tagesausflüge in die Innenstadt, wo uns wieder auffiel, wie wenig die Städter europäische, und dann auch noch Kiswahili sprechende Mädchen gewöhnt sind. Überall wurde uns hinterher gerufen und geschaut, jeder wollte uns für überteuerte Preise (für tansanische Standards) in seinem Taxi oder Bajaji rumkutschieren oder uns Uhren, Portemonnaies, Schuhe oder bongo flava-CDs verkaufen. Hier und dort gönnten wir uns europäische Leckereien, die wir in Iringa nicht bekommen. Einen Nachmittag verbrachten wir sogar in einem sehr westlichen Einkaufszentrum, wo ich mir im Supermarkt einen lang ersehnten Gouda kaufte! Außerdem gingen wir ins Kino, schauten uns dort den Film ‚Battle of the Year’ an und aßen bei Subway.

Zwei Nächte verbrachten wir an einem schönen Strand in einer banda, einer Strohhütte mit Bad (in dem es jedoch sowohl aus der Dusche als auch aus dem Wasserhahn nur Salzwasser gab). Dort ging es mir jedoch einen Tag leider nicht so gut, was wahrscheinlich an falschem Essen lag.

Unsere letzte Nacht schliefen wir in einem Guesthouse im Zentrum Dar Es Salaams, wo sich auch ein paar unserer Freiwilligen aus Iringa ein Zimmer gemietet hatten, sodass wir mit ihnen einen schönen letzten Abend in Dar Es Salaam verbrachten, bevor wir am nächsten Morgen wieder in unseren großen, roten Reisebus stiegen um nach Hause ins Kinderdorf zu fahren. Und wie man immer so schön sagt „Zu Hause ist es immer noch am schönsten!“ ( 😉 ), war ich wirklich froh wieder zurück zu sein und obwohl ich nur eine Woche weg war, habe ich die kleinen, frechen Kinder und die lieben Mamas und die anderen Mitarbeiter doch vermisst. Ich freute mich, meine Kleinen in die Arme schließen zu können, war beeindruckt, wie weit Christoph in der Zeit mit dem Baumhaus gekommen ist und genoss das angenehme T-Shirt-Wetter.

Ich hatte also eine spannende Zeit!

Demnächst erzähle ich von einer Safari! Aber frühestens in zwei Wochen…

Bis dann,
eure allerliebste Laura

😉

Ein Gedanke zu „Reise nach Dar Es Salaam

  1. Liebe Laura,
    Kompliment, wie schön Du schreibst! Ich kann mir das alles echt gut vorstellen, was Du da erzählst!
    Heute möchte ich Dir nur einen kleinen Gruß und herzliche Glückwünsche nachträglich zum Geburtstag schicken! Da hast Du ja wirklich einen schönen Tag verbracht!
    Mary und Wolfgang haben uns am Donnerstag von ihrem Besuch bei Dir erzählt. Toll, dass das geklappt hat.
    Am Mittwoch fliege ich nach Mauritius, über Tansania werde ich dann mal zu Dir runter winken!
    Ob wohl Deine Eltern Dich über Weihnachten besuchen werden? Na, wenn ich wieder zurück bin, werde ich mal bei Silvi anfragen!
    Lass es Dir weiter gut gehen und ich freue mich schon auf Deinen Bericht über die Safari!
    Alles Liebe, Birgit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *