Meine Taufe

Gerade eben, am 28.10.2013 wurde ich getauft. Ich gehöre jetzt der tansanischen Roman-Catholic Church an und Mama Joshua (eine Hausmama in unserem Kinderdorf) ist meine Taufpatin.

Das hört sich ein wenig wie ein Scherz an, das hätte ich gestern vielleicht auch nicht geglaubt, aber es ist wahr. Heute morgen kam unsere Matron Mama auf mich zu, die vor ein paar Wochen ganz geschockt reagiert hat, als sie erfahren hat, dass ich nicht getauft bin, erzählte mir, dass heute ca. 7 unserer Kinder getauft würden und dass ich doch auch gleich mitgetauft werden könnte. Das konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen, bei einer tansanischen Taufe als Täufling dabei zu sein. Als wir das mit dem Pfarrer besprochen hatten, war die Sache geklärt.

Das Ganze fand in unserem Kinderdorf statt und zusätzlich zu unseren Kindern und mir wurden noch etwa 20 Kinder aus dem Dorf von ihren Müttern oder Eltern hergebracht um getauft zu werden. Außerdem waren einige Familienangehörige gekommen, sogar die ein oder andere Oma und ein bis zwei Väter unserer Kinder hier. Die ganze Gesellschaft war schick angezogen und herausgeputzt, die Kinder trugen ihre besten Kleider und die Frauen und Männer im Kirchenchor hatten wieder ihre pinken Gewänder an.

Zuallererst wurde der Pfarrer singend und klatschend freudig von unseren Kindern im Kinderdorf begrüßt und so füllte sich dann nach und nach der Platz und als der Kirchenchor singend und unsere Matron Mama und noch ein Paar andere mit dem Kreuz angekommen waren, fingen wir an. Alle Zutaufenden sollten sich in einem Halbkreis aufstellen (da viele sehr kleine Kinder dabei waren, waren sie oft auf dem Arm der Mutter oder des Taufpaten) und jeder bekam einen Zettel in die Hand gedrückt, auf dem der Taufname stand. Dann ging der Pfarrer die Reihe entlang, um jedem Kind mit dem Daumen ein Kreuz auf die Stirn zu malen, was daraufhin die Taufpaten wiederholten. Als nächstes wurde jedem Kind von dem Pfarrer mit etwas Fett ein Kreuz auf die Brust gemalt, bevor dann die Taufe mit dem gesegneten Wasser begann. Die ganze Messe wurde begleitet von Gebeten, Gesängen und teilweise dem Geschrei der nassen Kinder und dauerte in etwa 2 Stunden. Danach waren wir alle Watoto wa Mungu, also Kinder Gottes, ich durfte mein erstes offizielles Abendmahl einnehmen und es gab reichlich zu essen für alle Gäste.

Es war interessant, wie sich die Menschen über meine Taufe freuten. Ich wurde von vielen Seiten beglückwünscht, unsere Matron Mama meinte, es sei ein großer Tag für mich und ich glaube auch der Pfarrer freute sich eine Mzungu taufen zu dürfen.

Ich bin jetzt also getaufte Katholikin und bin mal sehr gespannt, wie das mein Leben verändern wird! Fotos gibt es auch bald, viele haben meinen großen Tag dokumentiert.

Mungu awabarikie,
eure Laula

 

2 Gedanken zu „Meine Taufe

  1. Liebe Laura!
    Freue mich so sehr, dass Du jetzt getauft bist und Du ein so schönes Erlebnis hattest. Deine Oma Fölsing war katholisch! Max wäre bestimmt auch begeistert…).).)

    Wir umarmen Dich herzlichst,
    Diana uns Opa Peter

  2. Herzlichen Glückwunsch zur Taufe! :)
    Bin stolz auf dich!
    Und du bist jetzt getaufte Christin 😉 , nicht Katholikin 😀
    Die Taufe ist die Bestätigung des Glaubens an Gott und Jesus, und nicht an die jeweilige Gemeinde ^^
    Liebe Grüße aus Deutschland! :)

    Jusdie =)

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