Gemischtes der letzten Wochen

Reaktionen auf meinen Deutschlandaufenthalt

Wie ich geschrieben habe, musste ich für eine Zeit nach Deutschland um eine Hornhautentzündung im Auge behandeln zu lassen. Es ist interessant, wie die verschiedenen Leute darauf reagiert haben, als ich davon erzählte.

In Deutschland waren alle relativ besorgt, beziehungsweise erleichtert, dass ich zurückgekommen war. Oft hörte ich Sätze wie: „Das kann echt gefährlich sein!“ oder „Gerade das Auge! Da muss man besonders aufpassen!“

Zurück in Tansania musste ich auch vielen Tansaniern erklären, warum ich einen Monat weg gewesen war. Auch die Tansanier wirkten sehr besorgt, als ich ihnen erzählte, dass ich aus Gesundheitsgründen in Deutschland war. Als sie jedoch erfuhren, was mit mir war, schauten mich viele ungläubig an oder mussten sogar lachen. Viele dachten sich wahrscheinlich: „An einer Augenentzündung ist nichts lebensbedrohliches, das ist doch wohl ein bisschen übertrieben, wegen so einer Kleinigkeit zurückzufliegen.“ Irgendwie haben sie damit ja Recht. Hier sind so viele Menschen, die sich gar keine Behandlung leisten können. Und wenn, dann müssen sie mit der tansanischen vorlieb und eben auch mal ein blindes Auge in Kauf nehmen. Das hindert einen noch nicht mal am Arbeiten!

Trotz allem bin ich heilfroh und dankbar die Möglichkeit gehabt zu haben, in eine gute Augenklinik in Deutschland zu gehen!

VETA

Vor ein paar Wochen war ich zusammen mit 3 Mamas und unserem Buchhalter mit den meisten Kindern (35 Kinder ab der zweiten Klasse) bei der Vocational Education and Trainig Authority (kurz VETA) in Iringa. Dies ist ein Ausbildungszentrum, in dem man schon mit einem Grundschulabschluss eine zweijährige Ausbildung machen kann.

Los ging es am Morgen um neun in einem (spontan) gemieteten Bus, in dem wir alle mit etwas Quetschen gut Platz fanden. Der Bus war wider Erwarten ziemlich pünktlich da und wir kamen ohne große Verzögerung sehr früh weg und erreichten eine Dreiviertelstunde später das Zentrum. Hier wurden wir von einem der Lehrer empfangen und erstmal durch die Klassenräume geführt. Außerdem zählte er uns auf, was es alles für Bereiche gab und erklärte uns ein wenig zu jedem Bereich. Das Spannendste für die Kinder war jedoch die Führung durch die Werkstätten und Arbeitsbereiche. Wir schauten uns die Schreinerei, den Computerraum, die Lernküche, die Schneiderei, die Maurerei, die Klempnerei, die Schweißerei und einige andere Bereiche an. Nach jedem Besuch eines Ausbildungsbereiches fragte der Lehrer, wer sich vorstellen könnte in diesem Bereich zu arbeiten und immer meldeten sich verschiedene Kinder. Manche waren ganz fasziniert von der Schweißerwerkstatt, andere fanden die Arbeit des Malers spannend und so gut wie alle wären am liebsten gleich im Computerraum geblieben um dort eine Ausbildung als Sekretär oder ähnliches anzufangen.

Einen schönen Ausklang fanden wir, als wir müde und hungrig in unserem Wochenendhaus in Iringa ankamen und unser mitgebrachtes Essen aßen: Reis mit Bohnen und Banane, dazu Rosella-Tee. Sehr lecker!

Malawi

Letzten Monat bin ich zusammen mit einer anderen Freiwilligen aus Iringa für eine Woche nach Malawi gefahren. Von Iringa aus schafft man es an einem Tag bis über die Grenze. Malawi liegt südlich von Tansania. Es ist ein sehr kleines und schmales Land, sodass es von keinem Ort weit zum wunderschönen Malawisee ist, der sich vom Norden bis fast ganz in den Süden zieht. Unsere erste Nacht verbrachten wir in dem Dorm einer kleinen Lodge in Chitimba, wo wir ein paar nette Leute kennenlernten, mit denen wir am nächsten Tag einen Ausflug auf einen Berg unternahmen, wo es eine kleine Missionsstadt, mehrere tolle Wasserfälle und überall eine tolle Aussicht gab. Am Tag darauf fuhren wir weiter in den Süden und kamen am Abend in Nkhata Bay, einem schönen und etwas touristischeren Städtchen, an. Dort blieben wir für drei Nächte, schauten uns das Städtchen an, trafen einige Reisende mit spannenden Geschichten und profitierten von den Angeboten unserer Backpackerlodge direkt am See, wie zum Beispiel Schnorchel oder Kanus ausleihen, leckeres Frühstück und Buffets oder die Übertragung der Fußball WM (vor allem das Spiel Deutschland gegen Ghana, wo wir so ziemlich die einzigen waren, die Deutschland unterstützten). Auf dem Rückweg machten wir einen Stopp in Mbeya, bevor wir unseren Urlaub auf einem Campingplatz in der Nähe von Iringa noch um eine Nacht verlängerten.

Malawi hat mir landschaftlich sehr gut gefallen und auch die Menschen waren immer freundlich und hilfsbereit, auch wenn uns natürlich viele beim Taxi oder Bus fahren oder beim Geldwechseln (in Malawi bezahlt man mit Kwacha) übers Ohr hauen wollten. Die Kleinbusse in Malawi sind noch vollgestopfter als in Tansania, was man sich eigentlich kaum vorstellen kann. Was außerdem interessant war, war, dass wir während unseres ganzen Aufenthalts in Malawi kein einziges Motorradtaxi sahen. Stattdessen standen an den Busbahnhöfen oder auch in größeren Dörfern einige Menschen mit Fahrrädern, die diese als Transportmittel anboten. Generell wird in Malawi anscheinend viel mehr Fahrrad gefahren als in Tansania.

Keine zwei Monate mehr…

Das Ende meines Freiwilligendienstes in Tansania rückt immer näher und jetzt sind es nicht mal mehr zwei Monate, die uns bleiben, bevor wir wieder zurück in die Heimat fahren. In einem Monat kommen unsere Nachfolger und unsere Arbeit im Kinderdorf ist somit dann so gut wie vorbei. Für uns bedeutet das, dass wir bis Ende Juli unsere Zimmer ausgeräumt haben müssen. Dadurch, dass es gerade sehr ruhig im Kinderdorf ist, weil die Kinder über ihre Schulferien wieder zu ihren Verwandten gefahren sind und ich ab nächster Woche Besuch haben werde, sind wir also schon jetzt fleißig am (aus)sortieren, Platz planen und Sachen einpacken, die wir mitnehmen möchten, jetzt aber nicht mehr unbedingt brauchen.

Außerdem gebe ich in letzter Zeit noch ein paar Kleidungsstücke bei der Schneiderin in Auftrag, damit sie noch früh genug fertig werden. Stoffe werden gekauft, Essen genossen, erste Freiwillige verabschiedet und Fotobücher gestaltet. Gleichzeitig muss ich mich um die Hochschulbewerbungen kümmern, mache mir Gedanken wo ich was wann studieren möchte und bereite mich seelisch auf den tansanischen Abschied und den deutschen Neuanfang vor. Das ist alles eine spannende Zeit.

Ganz bald bin ich also schon wieder zurück und dann ist das Abenteuer vorbei. So schnell kann’s gehen… Andererseits freue ich mich auf die Dinge, die mich in Deutschland erwarten! Dazu vielleicht am Ende noch mal mehr :)

Liebe Grüße, eure Laura

2 Gedanken zu „Gemischtes der letzten Wochen

  1. Schön endlich wieder von dir im Blog zu hören.
    Hatte schon Angst, dass du noch mehr Probleme mit dem Auge bekommen hast.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Zeit in Tansania.

  2. Schöööön!!
    Ich wünschte ich könnte dich nochmal besuchen!
    NOCH 54 TAGE..
    Enjoy Dada :*
    Ich freue mich schon soooo, wenn du wieder hier bist.
    Eine große Schwester vermisst man mehr als man manchmal denkt 😛

    Nakupenda <3

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