Fahrt nach Mwanza

Hallo ihr Lieben!
Ich sitze gerade in Mwanza in einem Internetcafe und versuche jetzt irgendwie euch zu erzaehlen, wie ich hierher gekommen bin.
Meine Fahrt nach Mwanze verlief so ab:

5.30 Uhr morgens
Mein Pikifahrer (Motorradtaxi) holt mich, 15min verspaetet, bei mir zu Hause ab um mich zum Busbahnhof zu bringen. Der Bus faehrt um 6 Uhr los und ich muss eine halbe Stunde frueher da sein. 20 Minuten vor 6 bin ich am Bus. Es ist noch stockduckel draussen und trotzdem stehen schon etwa 10 grosse Busse dort abfahrbereit und einige Menschen versammeln sich darum oder kommen gerade an. Mein Bus steht ganz am Ende, mein Gepaeck wird hinein geworfen und ich klettere hinein. Mein Sitz: E1, relativ weit vorne und am Fenster. Im Gang stehen einige Menschen, die spontan zugestiegen sind und keinen Sitzplatz mehr bekommen haben. Die Armen, wir haben eine lange Reise vor uns, es sind um die 14 Stunden bis nach Mwanza!

6.10 Uhr
Der Bus faehrt los, langsam beginnt es zu daemmern, bevor es jedoch hell wird (was hier ja innerhalb von ca. 10min passiert, schlafe ich ein. Ich habe die Nacht zuvor nicht geschlafen, damit ich im Bus gut schlafen kann und diese Muedigkeit ueberkommt mich in dem Moment.

9.20 Uhr
Bis jetzt habe ich geschlafen. Zwischendurch bin ich aufgewacht und habe schoene Landschaften gesehen. Meistens eine endlose Weite voller riesiger Baobab-Baeume, sehr schoen. Jetzt stehen wir gerade mitten auf einer schlammigen Strasse und einige der stehenden Passagiere, alles Maenner, mussten aussteigen und helfen einen Steinberg aus unserem Weg zu raeumen. Als wir endlich vorbeifahren koennen, muessen noch einige weitere kurz aussteigen um den Bus leichter zu machen. Wir fahren wacklig einen kleinen Huegel runter, aber es ist zum Glueck nichts passiert.

10 Uhr
Die Fahrt geht weiter, die Landschaft ist jetzt nicht mehr so schoen. Ich schlafe wieder ein.

11 Uhr
Unser erster Halt: Dodoma, die tansanische Hauptstadt. Um unseren Bus gibt es ein riesiges Gedraengel, was es den Aussteigenden nicht moeglich macht aus dem Bus rauszukommen. Ich erfahre, dass der Bus, in dem ich sitze gar nicht nach Mwanza faehrt, sondern nach Arusha und dass ich beim naechsten Halt in Singida mit ein paar anderen umsteigen muss. Ma, wenn das mal klappt!

12 Uhr
Pinkelpause am Strassenrand kurz hinter Dodoma. Erst gingen nur die Maenner raus – die habens ja leicht – dann trauen sich auch einige der Frauen raus und hocken sich mit ihren grossen Tuechern etwas entfernt in die Buesche. Sie fanden es amuesant, dass ich es ihnen gleich tat. Aber so schnell wird es keine Pause mehr geben!

14.45 Uhr
Ich sitze jetzt in einem anderen Bus, der nach Mwanza faehrt. Diese Uebergabe hat zwar nicht in Singida stattgefunden, sondern auf einer Raststaette „kurz davor“, aber wenigstens bin ich in einem richtigen Bus. Mindestens bis Singida muessen wir jetzt stehen oder auf Eimern sitzen, weil der Bus eigentlich voll ist. Hoffentlich steigen in Singida genug Leute aus, dass wir alle Sitzplaetze bekommen!

16 Uhr
Seit einer Stunde fahren wir jetzt schon, ich sitze auf einem Eimer auf dem Gang und mein Po tut langsam weh, ich bin umringt von Sitzen und Koerpern und Singida will einfach nicht kommen! Ich schlafe die ganze Zeit immer wieder ein und mein Kopf, den ich nur an eine Lehne schraeg vor mir lehne, faellt immer wieder auf den Frauenhintern vor mir. Eine Frau hinter mir meinte eben, wir kommen so um 22 Uhr in Mwanza an, statt um 20 Uhr wie geplant.

16.45 Uhr
Wir fahren grade aus Singida los, fast alle haben einen Sitzplatz bekommen, ich sitze noch immer auf einem Eimerchen.

18 Uhr
Mir hat ein netter Mitpassagier einen Sitzplatz angeboten und ich sitze endlich mal wieder gemuetlich. Ich habe jetzt zum Glueck ein Hotel kontaktiert, ein Zimmer reserviert, und Bescheid gesagt, dass ich erst gegen 22 Uhr ankommen werde. Men Handyakku ist bald leer, aber ich habe zum Glueck ein paar Nummern im Kopf oder aufgeschrieben, fuer den Notfall. Die Musik im Bus ist laut, aber trotzdem kann ich immer wieder einschlafen. Die letzten Stunden werden sich jetzt noch ziehen!

24 Uhr
Soeben bin ich in meinem Hostel angekommen, 4 Stunden spaeter als geplant, die Fahrt hat also 18 Stunden gedauert. Zum Glueck nahm der Bus mich und einige andere noch mit in die Innenstadt, statt uns beim Busbahnhof, der ziemlich ausserhalb ist, rauszuschmeissen. Ausserdem organisierte mir einer der Schaffner ein Taxi, das mich direkt zum Hostel brachte. In dem Hostel klappte zum Glueck alles problemlos und ich bekam mein Zimmer und kann mich jetzt endlich in mein Bett fallen lassen.

Gestern habe ich den Tag jetzt schon in Mwanza verbracht und morgen werde ich, soweit das klappt, weiter nach Kigali (Ruanda) fahren. Das wird auch noch mal eine anstrengende Fahrt.Das naechste Mal erzaehle ich dann mehr von Mwanza und Kigali :)

Alles Gute euch,
Laura

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