Dorfkinder und Stadtleben

Hallo ihr Lieben,

eigentlich möchte ich bald schlafen gehen, ich lasse euch aber nicht noch eine Woche auf einen Bericht warten und bis jetzt bin ich echt nicht dazu gekommen euch zu schreiben (was ein sehr gutes Zeichen ist!), deshalb jetzt hier wieder ein Lebenszeichen von mir.. 😉

Ich bin jetzt krasserweise schon fast einen Monat hier! Das ging jetzt rasend schnell vorbei!
Ich habe wieder eine Woche Kinderdorf hinter mir. Das war jetzt sogar die erste richtige, mit jeden Tag arbeiten und dem ganz normalen Tagesablauf. Was kann ich dazu sagen? Es war teilweise super anstrengend, aber ziemlich cool! Ich betreue hauptsächlich vier Kinder im Alter von 3 und 4 Jahren (obwohl oft drei weitere Kinder, die offiziell noch nicht zu der Gruppe gehören, weil sie noch unter 2 sind, dazukommen und mitmachen wollen), mit denen ich dann Spiele spielen, singen, rausgehen, aber auch einfache Zahlen und eventuell sogar Buchstaben lernen kann/soll. Mir fällt es teilweise schwer, etwas zu finden, was allen Spaß macht und was auch alle schon können. Zum Beispiel klappt selbst Memory nicht so gut mit den Kleinsten, weil sie dann nicht die Reihenfolge beachten oder mehr als zwei Karten aufdecken. Außerdem kommt es immer mal wieder vor, dass das ein oder andere Kind weint und das macht das ganze dann noch anstrengender.
Ich habe mit den Kindern jetzt oft gemalt, habe auch mal Kreide geholt oder habe mit ihnen englische Lieder gesungen.
Am Mittwoch hatten meine kleinen Kindergartenkinder und auch ein Paar von den Größeren einen Kontrolltermin in einer „Kliniki“ ganz in der Nähe von dem Kinderdorf. Ich bin also dann mit den ganzen Kindern und drei Mamas mit dem Auto (auf dem Rücksitz saßen die Mamas mit ca.10 Kindern, vorne bei mir auf dem Schoß waren nochmal 2 Kinder) mit zum Arzt gefahren, wo wir erstmal eine halbe Stunde darauf warteten, dass der Arzt und die Helferinnen kamen. Diese „Kliniki“ war einfach ein kleiner Innenhof von einem Gebäude, wo auf dem Boden ganz viele Zwiebeln lagen (fragt mich nicht warum! Das habe ich auch nicht verstanden) und einige Mütter mit ihren Kindern auf dem Rücken darauf warteten an die Reihe zu kommen. Kurz nachdem der Arzt eingetroffen war, bekamen die Mütter für jedes Kind eine Karte in die Hand gedrückt, auf der die Entwicklung des Gewichts des jeweiligen Kindes abgebildet war. Kurz darauf steckten die Mamas und ich die Kinder in so eine Art Taschen mit Beinlöchern, bzw. wie Windeln oder Hosen mit langen Trägern, damit sie dann an diesen Trägern an einen Haken gehängt und gewogen werden konnten. Manche Kinder beschwerten sich darüber, die kleine, neun Monate alte Conso freute sich aber riesig und wippte freudig, als sie an der Waage hing, das war vielleicht süß!

Hier ist mal ein Foto von der kleinen Conso und mir:
Conso

Am Donnerstagnachmittag hatte ich auch ein interessantes Erlebnis, das kam so: Ich brachte ich Kathrin zur Straße, damit sie dort den Dalla dalla in die Stadt nehmen kann. Zur Straße läuft man etwa 15 Minuten und man kommt an einigen Wohnhäusern im Dorf vorbei. Als ich auf dem Rückweg von der Straße war, kamen einige Kinder aus dem Dorf zu mir gelaufen um mich wieder zu begrüßen, indem sie ihre Hände auf meine Stirn legten und „Shikamoo“ (die förmliche Begrüßung, die man hier zu Älteren saft) riefen. Ich unterhielt mich ein wenig mit ihnen und als sie sahen, dass ich eine Wasserflasche bei mir hatte, bitteten sie mich ein wenig von dem Wasser zu bekommen, was mich sehr erschreckte. Ich ließ also eigentlich jedes der Kinder einen Schluck aus der Flasche trinken und schenkte die Wasserflasche mit dem restlichen Wasser dann einem größeren Mädchen, das nicht zum Trinken gekommen war. Als Abschluss machte ich noch ein Foto von ihnen (was ich nächste Woche hier einfügern werde) und zeigte es ihnen, worüber sie sich sehr freuten. Sie riefen mir alle „Bye bye“ hinterher und ich ging nach Hause.

Kathrin und ich haben letzte Woche im Kinderdorf ein Chamäleon gesehen! Ein ziemlich großes sogar und das im Winter! 😀

Ich bin dieses Wochenende erst Samstag in die Stadt gefahren. Dafür bleibe ich auch bis Montag. Gestern haben die letzten ehemaligen Freiwilligen in Iringa (außer Christoph, der ja noch ein halbes Jahr länger in unserem Projekt bleibt) Abschied gefeiert und wir saßen lange zusammen, haben Gitarre gespielt, gesungen, eine von den Freiwilligen selbstgeschlachtete gegrillte Ente mit Nudelsalat und Gemüse gegessen und viel Spaß gehabt. Ich habe dann in deren Freiwilligenhaus auf einem Bett draußen im Hof, also unter dem Sternenhimmel (aber trotzdem mit Mückennetz) übernachtet und wurde dort morgens von den Sonnenstrahlen, den Hühnern der Nachbarn und dem Muezzin in der Stadt geweckt! Das war cool! :)
Vielleicht gehe ich morgen noch mit Christoph ins Krankenhaus bevor wir zurück nach Mbigili fahren. Er hat sich leider ganz schwer erkältet und man weiß hier ja nie, ob es nicht auch Malaria sein könnte…

Meine Sprachkenntnisse werden besser und besser! Ich habe gemerkt, dass der Sprachkurs echt auch fürs Kinderdorf sehr viel geholfen hat und ich dadurch noch mehr und schneller Vokabeln lernen kann! Ich kann schon wichtigste Sachen sagen und mich in Alltagssituationen ausreichend gut verständigen.

So, wieder genug von mir, ich hoffe, euch geht es gut!
Eure Laura

PS: Meine Galerie ist angefangen! Schaut euch unter „Galerie“ die besten Bilder an, die ich bis jetzt hier gemacht habe!

 

2 Gedanken zu „Dorfkinder und Stadtleben

  1. Liebste Laura,

    deine Blogeinträge sind immer so spannend, interessant und fröhlich geschrieben. Die ganze Familie freut sich jedes Mal sehr darüber und vor allem, darüber, dass es dir so gut geht! Wir denken viel an dich, vermissen Dich und wünschen dir weiterhin so viel Spaß und viele schöne Erlebnisse.

    Sei fest umarmt, gehrrzt und gedrückt von deinen Marion, Mike, Karla und Paul

Schreibe einen Kommentar zu Marion Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *