Das Spannende an der Kirche und Isaya mdogo

Einen schönen Sonntag wünsche ich euch allen!

Ich liege gerade mit einer Wärmflasche auf dem Bauch auf dem Bett in Iringa und ruhe mich aus, weil es mir gestern und heute nicht soo gut geht.. da bin ich aber auch nicht die einzige, im Moment scheint irgendwas rumzugehen – mein Iberogast ist bedingt durch verschiedene Leute mit verschiedenen, aber ähnlichen Wehwehchen schon jetzt, Anfang des zweiten Monats, fast leer..

Gestern habe ich einen schönen Abend mit den Iringa-Freiwilligen verbracht. Wir haben zusammen Pizza gebacken und gegessen und anschließend einen Spieleabend mit einem selbstgebastelten Tabu veranstaltet. Wir verstehen uns untereinander sehr gut und wir drei Mbigilis machen viel mit den anderen. Ich habe aber jetzt auch noch einige andere Leute kennengelernt: einen Lehrer aus den USA, einen Marathonläufer aus Neuseeland, eine Lehrerin aus Südafrika, eine deutsche ehemalige Freiwillige, die grad mit ihrer Mutter zu Besuch ist, und viele Tansanier, mit denen allen ich ab und zu etwas unternehme, bzw. die man am Wochenende oft in den Clubs oder auf Hauspartys trifft.

Heute habe ich mich durch meine Wochenendschicht (zwei von uns Freiwilligen gehen von Donnerstag bis Samstag in die Stadt und eine/r von Freitag bis Sonntag – und wir rotieren jedes Wochenende) geschickt vor der Kirche gedrückt. Die Kirche hier ist super interessant, es wird immer mal wieder gesungen und auch ein wenig getanzt, und es ist erstaunlich wie schick einige Menschen sich für die Kirche machen. Jedoch dauert sie oft bis zu drei Stunden, was dafür, dass man kein Wort der Predigten versteht, und die Lieder und Gebete nicht kennt und mitsingen kann (selbst Christoph nicht, der ja schon ein Jahr länger Kiswahili lernt), sehr lang ist! Dafür hat man in diesen drei Stunden genug Zeit, die Menschen um einen herum zu beobachten. Dort gibt es herausgeputzte Frauen, mit Schmuck behängt und schicken Röcken aus knallbunten Stoffen, daneben Menschen, die sich das nicht leisten können und in ihren am wenigsten zerfetzten Kleidern zur Kirche kommen, kleine Mädchen, die ihre noch kleineren Geschwisterkinder in einem Tuch auf dem Rücken tragen, schlafende Kinder, die Frauen und Männer im Chor mit ihren knallpinken Gewändern, die beim Singen immer ein wenig tanzen und vieles mehr.. Spannend ist die Kirche schon; aber nicht jedes Wochenende..!

Seit letztem Donnerstag haben wir ein neues Kind im Kinderdorf: Isaya, 3 Monate alt und extrem unterernährt. Die Ankunft dieses Neuankömmlings macht aus unserem 2.-Klässler, der auch Isaya heißt, jetzt den großen Isaya (Isaya mkubwa) und aus dem Baby den kleinen Isaya (Isaya mdogo). Isaya wurde bisher mit Kuhmilch ernährt und seit dem Tod seiner Mutter vor ca. 2 Wochen von seiner Großmutter betreut, die sich noch um 4 weitere Kleinkinder kümmern musste und mit dem Kleinen total überfordert war. Es war Isayas Vater, der zu uns ins Kinderdorf kam, mit der Bitte, ihn bei uns aufzunehmen und uns um ihn zu kümmern und nach einem kurzen Besuch bei der Großmutter war es beschlossene Sache und der deutsche Direktor und einige Angestellten brachten den für sein Alter viel zu kleinen Isaya direkt mit ins Kinderdorf, wo er erstmal mit Babykleidung ausgestattet und mit Babynahrung gefüttert wurde.
Der Kleine ist ein ganz zufriedenes Kerlchen. Er lächelte vor sich hin und ließ sich von Freiwilligen, Mamas und ein Paar Kindern bestaunen und erst am Abend schien ihm alles ein wenig zu viel zu werden und er fing an zu schreien.
Ich finde die Vorstellung ziemlich unglaublich, dass dieses kleine Kind bei meiner Rückkehr nach Deutschland in einem Jahr wahrscheinlich schon laufen und vielleicht sogar Dada Laula sagen kann!

So, das waren ein Paar Eindrücke meiner letzten zwei Wochen in dem schönen Land Tansania…

Bis demnächst,
Laura

PS: Wenn es euch einmal zu stressig wird, im gehetzten Europa, dann denkt daran, dass in Tansania auch alles mit einer Portion Gelassenheit und Ruhe gut klappt! Nehmt euch ein Paar Minuten und macht eine Pause, immer nach dem tansanischen Motto: „Wenn es heute nicht klappt, dann mach es halt morgen.“ Mit Ruhe funktionieren die meisten Sachen besser!
Ich sende euch eine Menge Ruhe und Gelassenheit für den alltäglichen Gebrauch! Made in Tanzania 😉

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